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Donnerstag, 3. Februar 2011

Reise beendet - @work @home again

Am Montagmorgen war es dann soweit: Die Abreise aus Madison stand bevor und ich war gespannt, was alles passieren würde:  Am Tag zuvor hatte ich ein Taxi bestellt bei Green Cab Madison, die fahren eine Flotte, die nur aus Autos des Modells Toyota Prius besteht. Der Fahrer meinte, ich hätte dadurch, dass ich heute schon abreise, mein Glück für die nächsten zwei  Monate aufgebraucht. Es war nämlich heftiger Schneefall angesagt worden, der dann auch tatsächlich am folgenden Tag für die Schließung des Flughafens gesorgt hat.  Auf dem Weg zum Flughafen erzählte er, dass er Geschichtslehrer sei, dass er aber entlassen wurde, als Geschichte mit einigen anderen Fächern zusammengelegt wurde. Nach zwei Jahren erfolgloser Arbeitssuche fiel ihm die Decke auf den Kopf und er verdient nun als Taxifahrer sein Geld. Er war ziemlich begeistert von der Idee mit Spielen zu lehren und hat in seinem Unterricht auch davon Gebrauch gemacht.
Am Flughafen stellte sich heraus, dass meine beiden Koffer jeweils 8 und 10 Pfund übergewicht hatte. Der Airline-Mitarbeiter machte dann auch ein Preisangebot: Das kostet pro Gepäckstück 200 Dollar. Er war aber auch nett: Ich könnte versuchen, durch Umpacken einen Koffer auf die erlaubten 50 Pfund zu reduzieren. Das würde 200 Dollar sparen. Die Idee verwarf er, als er sah, dass beide Koffer prall gefüllt waren. Dann machte er den nächsten Lösungsvorschlag: Ein drittes Gepächstück kostet 200 ... ich möge doch in einen Flughafenshop gehen, und eine Tasche für 30 Dollar kaufen, da würde ich dann immer noch 170 Dollar sparen. Das habe ich dann auch gemacht - und hatte dann Glück: Die erste gegriffene Tasche war ein Sopo und kostete 10 Dollar. Nach dem Umpacken mit Wiege-Unterstützung durch den Airport-Mitarbeiter das nächste Glück: "Ach, die kleine Tasche können sie auch mit in die Kabine nehmen ..."  Es wurden keine Zusatzkosten fällig :-)
In Chicago angekommen, war ich mir nicht sicher, wo ich das Gepäck abholen und eigenhändig durch den Zoll bringen muss Auf der Hinreise war das nach dem ersten Flug gewesen - in Philadelphia, bei der Einreise in die USA. Also: Eine Schaltermitarbeiterin fragen: Die sagte: "In Deutschland - Frankfurt, weil sie da ja einreisen" - eigentlich klar. Aber "Halt" meinte sie und schaute sich meine Bordkarten genauer an: Da stimmt etwas nicht: Es wurden nur die Reservierungen geändert, nicht aber das Ticket. Den Flug hatte ich wegen der Global Gam Jam umbuchen lassen - nur wohl nicht komplett. Also wurde eine Nachgebühr fällig  Die zu kassieren war aber gar nicht so einfach: Das System weigerte sich, meine freundliche Ansprechpartnerin musste mit mehreren Supervisorn telefonieren und das zog sich. Mittlerweile waren alle wartenden Fluggäste schon im Tunnel zum Flugzeug verschwunden ... und die Mitarbeiterin hatte vorher schon gesagt, dass ich mit der vorliegenden Bordkarte das Flugzeug nicht betreten könne, hieße also im Extremfall: Flug verpassen. Na letztendlich kam dann doch die Freigabe für die Änderung des Tickets und ich konnte als letzter das Flugzeug noch betreten ... nicht ohne vorher durch die freundliche, deutschsprechende - weil für 13 Jahre in der Nähe von Frankfurt wohnende Schaltermitarbeiterin - einen Sitzplatz mit viel Beinfreiheit für den Transatlantikflug zugewiesen bekommen zu haben.
Der Rest der Reise war ein Klacks und ich war wieder in Deutschland - Weimar hat mich wieder: Alles wird gut am Ende - daran sollte ich im Voraus doch schon fester glauben. Ich war traurig als ich Weimar verlassen habe, und ich war traurig als ich Madison verlassen habe. Vielleicht sollte ich einfach nur glücklich sein, diese Erfahrungen machen zu dürfen und dass alles am Ende schon (gut) wird :-)

Freitag, 6. August 2010

Die Hinreise

Um 4:30 am letzten Sonntag klingelte der Wecker, frueh genug, um einen Flug um 11:10 in Frankfurt zu erreichen. Uta fuhr mich hin, zusammen haben wir uns durch die Wirren des Flughafens gearbeitet ... ein Sondergepaeckstueck gekauft ... fuer ein halbes Jahr darf es schon ein bischen mehr sein ... dann durfte ich  Fragen beantworten, wer denn nun meinen Koffer gepackt hat und dann fiel der Abschied doch ein bischen sehr schwer... Vor dem Gate konnte ich bestaunen, wieviele Passagiere in so einen Airbus A330 hineingehen ... ziemlich viele...
Dann ging es nach Philadelphia. Dort angekommen durfte ich beim Immigrationsbeamten vorstellig werden. Natuerlich fehlte das I-94, von dem uns im Flugzeug mehrfach berichtet wurde, dass es nicht laenger "applicable" sei. Aber fuer solche Faelle gibt es ja Tische vor den Warteschlangen, auf denen sich die dort ausliegenden Vordrucke ausfuellen lassen. Nachdem wir herausgefunden hatten, dass die Farbe der Formulare etwas mit der Sprache zu tun hat, in der sie verfasst sind, wurde mir in bestem Bayrisch "Alles Gute" gewuenscht. Na, dafuer muss man erst in die USA fliegen. Der Immigrationsbeamte schuettelte zwar mehrfach den Kopf, das abschliessende "Here you are" machte aber den Weg frei zum "Baggage Claim". Dort schnappte ich mir die zwei Koffer und zog sie der Herde hinterher zu den "Connecting Flights" und konnte mich in einer Schlange direkt hinter meiner Sitznachbarin aus Alabama anstellen. Wir passierten den Zoll. Keine Beanstandungen. Gleich darauf konnten wir die Koffer fuer den Anschlussflug abgeben, kein erneutes Einchecken notwendig, die Boardkarte, die ich schon in Frankfurt erhalten hatte, ebnete den Weg ... verziert mit ein paar zusaetzlichen Ziffern.
Waehrend des Wartens fuer den Flug nach Chicago blieb sogar noch Zeit, mich zu vergewissern, dass ich in Chicago das Gepaeck nicht zum Anschlussflug bringen muss. Das war nur noetig, um dem Zoll die Arbeit zu erleichtern ...
Auf dem Flug konnte ich diverse E-Buch-Lesegeraete bestaunen ... der Kindle von Amazon und das iPad von Apple waren oft vertreten, aber auch ein Geraet von Sony praesentierte seine Seiten.
Mittlerweile war es daheim schon recht spaet und dementsprechend ich recht muede. Das wurde auf dem Flughafen von Chicago wieder besser. Dort bekam ich Hunger und hielt Ausschau nach etwas Gesundem. Ok, ein Apfel.
Dann stand ich auf der Yellow-List, Gott sei Dank nicht die Stand-By-List, und auf die Angebote gegen Zahlung auf den naechsten Flug umzubuchen, habe ich erst einmal verzichtet. Yellow List bedeutete, dass mein Platz bestaetigt werden musste - das wurde quittiert mit dem Sitzplatz 1A, direkt am Eingang des City-Jets, der zwischen Chicago und Madison hin- und herpendelt. Das merkte man dem Steward an, bei dem jeder Handgriff sass, um in der relativ kurzen Flugzeit den Passagieren ein Getraenk anzubieten. Auch meine ich verspuert zu haben, dass er schon relativ zuviel Routine hatte ... (vielleicht bis zum Genervt-sein?!)
Na, angekommen in Madison ging alles ziemlich schnell ... der Ausstieg, das Treffen meiner Wirtin, die mir grosszuegigerweise angeboten hatte, mich abzuholen und das Gepaeck war auch schon da.
Auf der Fahrt zum Haus gab es noch eine schnelle Stadtrundfahrt. Oscar Mayer produziert in Madison. Weiss jemand was?
Ja, und nach der Ankunft sind wir noch schnell in den Supermarkt, der ja - praktisch fuer mich - am Sonntag aufhatte, dort konnte ich mir dann Staerkung fuer den naechsten Tag besorgen ...