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Mittwoch, 27. April 2011

Spiele im Einsatz

Am Wochenende hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art: Zu Besuch bei einem alten Kollegen meinte er, dass er zum Stressabbau und zur Frustbewältigung nach der Arbeit gerne mal bei Bedarf Far Cry spielt - also einen Ego Shooter .... Damit wird eigentlich die These von Dietrich Dörner gestützt, wonach Ego Shooter zur Seelenreinigung genutzt werden.
Überrascht hat mich mein alter Kollege allein auch durch die Information, dass er in der Lage ist einen Ego-Shooter zu bedienen und daran Spass hat ... schließlich nähert er sich so langsam dem Rentenalter, im übernächsten Jahr wird er 60. Damit ist er der älteste Computerspieler in meinem Bekanntenkreis.
Ja, und dann gab es da ja noch die Aussage, dass man mit Computerspielen lernen kann. Die wurde von seinem Sohn gestützt, der frank und frei erklärte, Englisch hätte er mit Computerspielen gelernt ... und dann noch einige weitere Dinge aufzählen konnte, die er in diesen Spielen fürs Leben gelernt hat.

Freitag, 3. Dezember 2010

Kommunikation mit Analogien

Zur Zeit untersuche ich ja ein FarmVille-Forum auf Spuren von Intelligenz Prozesse, die Lernen unterstützen bzw. wissenschaftliche Herangehensweisen zeigen. Auffällig war, das an einigen Stellen Analogien gebraucht wurden um Sachverhalte darzustellen. ("Funktioniert der Obstgarten wie der Kälberstall, d.h. wenn ein Setzling produziert wurde, ist dann ein Baum weniger im Obstgarten?" - "Nein, er funktioniert wie der Pferdestall - er produziert Setzlinge, und alle Bäume leben weiter."). Das beschleunigt die Kommunikation, der Gesprächspartner oder Leser kann leichter erkennen, um was es geht. Schnellere Kommunikation - schnelleres Lernen. Oder vielleicht auch andersherum: Neues auf schon Bekanntes zurückführen fördert das Begreifen ebenfalls.
Javier fand dann auch gleich einen Einstieg in das theoretische Fundament: "The in vivo /in vitro approach tocognition: the case of analogy" by  Kevin Dunbar and Isabelle Blanchette.

Und selbst erinnere ich mich an  Muster in der Softwareentwicklung. Wenn jemand von Observer-Pattern, Fassade oder Proxy spricht, dann weiss auch jeder Programmierer, was das bedeutet und wie es funktioniert. Die Kommunikation geht dadurch schneller und einfacher. Abgesehen davon, dass das Programm sauberer strukturiert wird und auch einfacher zu warten ist. 

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Computerspiele als Forschungsobjekt?

Wenn ich gefragt werde, womit ich mich beschäftige, und ich dann sage "Game Based Learning" ernte ich manchmal nur verständnislose Blicke ... "Wow, es gibt schon abgedrehte Arten, Forschungsgelder zu verschwenden" ... der Chef von meinem Mitbewohner wollte nicht glauben, dass sich vernünftige Menschen damit beschäftigen... In seinem Buch "Video Games & Learning: Possible Worlds", ein Plädoyer für den Einsatz von Computerspielen in der Schule, liefert Kurt Squire Gründe, warum es sich doch lohnen könnte:
  • Schon normale Spiele können als Appetithäppchen bzw. Anregung für die Spieler dienen, sich mit einem bestimmten Thema genauer zu beschäftigen. Spieler lernen die Grundbegriffe aus der Domäne des Spiels. Und viel wichtiger, sie lernen wie die Domäne als System funktioniert, gerade dieses - also nicht nur das Lernen von Fakten, sondern das Zusammenwirken von Fakten - die Praxis - wird im normalen Unterricht oft nicht erreicht.
  • Spiele fesseln die Spieler, nehmen die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Einige Ursachen für die Spannung in Spielen kennt man. Diese und weitere, noch zu findende, könnte man in den normalen Unterricht einfließen lassen.
  • Ein Merkmal, das Spiele von allen anderen Medien unterscheidet, ist die Aktiviät des Spielers: Er kann mitmachen und gestalten. Squire sieht das als beispielhaft für einen Trend zur Mitmachkultur, wie z.B. auch das Web 2.0 es war/ist. Auch hier müssen die dahinterstehenden Prinzipien erkannt werden und in die "normale" Erziehung eingebaut werden: Wie funktioniert es, einen Schüler vom Konsumenten zum Produzenten zu machen?
  • Spiele erzeugen für den Spieler Erlebnisse. Aus Erlebnissen lernt man - im Gegensatz zum reinen Faktenaufnahme. Waren es nicht gerade die Lehrer, die am besten erzählen konnten - also Erlebnisse vermitteln konnten - die den besten Unterricht gemacht haben?